Sacred Space User Settings Menu

Wir laden Sie ein, "Sacred Space" Raum zu geben in Ihrem Tagesablauf und 10 Minuten zu beten, hier und jetzt, wie Sie gerade an Ihrem Computer sitzen. Dazu helfen Ihnen die Gebetsbegleitung und die für jeden Tag neu ausgewählte Schriftstelle.

Mit dem Gebet beginnen »

Ein Impuls zum Beten und Nachdenken für diese Woche

Gott verspricht Vergebung

Die Aufforderung in der Taufe „Bewahre dir diese Würde für das ewige Leben!“, die so wichtig ist für das Ritual der Tauferneuerung in der Osternacht, hat einen zweiten Teil. Nachdem wir in der vergangenen Woche darauf geschaut haben, worin unsere Würde besteht, müssen wir uns auch einmal die Zeit nehmen, auf die Schattenseiten zu schauen. Die Aufforderung „bewahre“ heißt ja auch, dass wir Würde verlieren können, aufgeben, würdelos werden.

Und das kann ganz schnell passieren. Wir können Würde ganz schnell verlieren. Selten geht das auf einmal, meistens geht das Stück für Stück. Hier ein Kompromiss, dort ein wenig zu viel oder zu wenig, hier dann und noch mal dort und schon haben wir sie einmal aufgegeben. Die Lüge ist dabei wohl das beliebteste Mittel gegen die eigene Würde, Lust und Unlust, Geld und Neid und all das andere, wo wir nicht wir selber sind und so, wie Gott uns will. Und es sind immer zuerst die kleinen Dinge, wo wir Würde abgeben.

Es werden keine Idealwesen getauft, sondern Menschen, jeder und jede ganz individuell. Und mit unseren je eigenen Charakteren und Erfahrungen bringen auch Dinge mit an den Taufstein, die nicht getauft werden wollen. Nicht alles in unserem Leben lässt sich mit unserem Glauben vereinbaren. Wir sind alle Realisten genug, das zuzugeben.

Wir nennen das Sünde; also Dinge, die zwischen uns und Gott und unseren Mitmenschen stehen oder uns sogar aktiv von Gott und den Menschen entfernen. Diese wollen nicht getauft werden. Und doch gehören sie zu uns, es sind unsere Sünden.

Bevor wir also in der Osternacht unseren weißen Schal umlegen und unser Taufversprechen erneuern, sollen wir auch diesen Anteilen unseres Lebens ins Auge blicken. Gott verspricht Vergebung. In der Fastenzeit ist das Sakrament der Versöhnung der Ort, diese Vergebung zu suchen. Und es ist der Ort, die Würde, die ich doch bewahren soll, sich wieder von Gott schenken zu lassen, neu und unbeschädigt. Dann hat auch die Erinnerung an die Taufe einen Sinn und dann kann ich ehrlich davon sprechen, dass ich mir meine Würde bewahre.

Bernd Hagenkord SJ (Radio Vatikan)

Mehr zu Sacred Space